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Geschichtliche Entwicklung der Stadt Lichtenfels


Vor rund 150 Jahren schlossen sich die Güter Kampf, Sand und Lichtenfels sowie die an der Orke gelegenen Mühlen und Siedlung zum Ort Dalwigksthal zusammen. Die Talsiedlung mit der Kirche ist bereits im 14. Jahrhundert und im 18. Jahrhundert unter dem Namen Eisenbeck erwähnt. Wahrzeichen des jüngsten Lichtenfelser Stadtteils ist die mittelalterliche Burg Lichtenfels, die vor rund 800 Jahren vom Abt von Corvey hoch über de Ufern der Orke erbaut wurde un aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage im Zentrum jahrhundertelanger Fehden zwischen dem Adel und dem Klerus stand. Im Jahre 1189 lässt der Abt von Corvey die Burg erbauen, sie wird jedoch schon wenig später zerstört und zwischen 1223 und 1230 wieder aufgebaut. Der Abt von Corvey verpfändet am 21. Juli 1267 die Burg dem Grafen Adolf von Waldeck und muss nach heftigen Auseinandersetzungen dem Grafen Otto von Waldeck im Jahre 1297 letztendlich den Besitz der Burg zugestehen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wird die Burg im Laufe langwieriger Auseinandersetzungen und Prozesse erneut zerstört, da der Erzbischof von Köln als Herzog von Westfalen Anspruch auf die im Amt Lichtenfels gelegenen Ortschaften Münden, Rhadern und Neukirchen erhebt. Die Burg wird Mitte des 17. Jahrhunderts teilweise aufgebaut und erst zwischen den Jahren 1908 und 1914 sowie den 90er Jahren umfassend restauriert. Seit Ende der 80er Jahre befindet sich die Burg in Privatbesitz einer Unternehmerfamilie.

Bereits im 13. Jahrhundert wird in der Gemarkung Fürstenberg eine alte Sachsenburg mit Sitz zwischen der Kirche und dem damaligen Pfarrhaus erwähnt. Der im Jahre 1244 als Vorstenberg genannte Ort wird im Jahre 1254 erstmals als Stadt bezeichnet, die bereits mit Mauern und Gräben befestigt ist. Ende des 14. Jahrhunderts verpfänden die Grafen von Waldeck die Stadt an Brosecke von Viermünden. Im Jahre 1481 vereinbart Kurt von Viermünden mit den Einwohnern eine Stadtordnung, die Graf Philipp im Jahre 1524bestätigt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Stadt schwer zugesetzt, so sind nach Kriegsende von ehemals 50 Wohnhäusern noch drei bewohnt, 16 Häuser sind unbewohnbar geworden und stehen leer, der Rest der Stadt ist niedergebrannt. Der Ort erholt sich jedoch von den Wirren des Krieges und bereits hundert Jahre später zählt Fürstenberg wieder 45 Wohnhäuser und zwei Mühlen. Die Mauern und das Stadttor wurden im 19. Jahrhundert abgebrochen und im Zuge der Dorferneuerung ist Fürstenberg heute zu einem romantischen Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten geworden, der mit dem Prädikat Staatlich anerkannter Erholungsort ausgezeichnet wurde. Fürstenberg ist weit über die Grenzen des Waldecker Landes wegen seines jährlichen Igelsfestes bekannt. Der Sage nach rettete ein Igel Grafen Heinrich vor rund 700 Jahren in Fürstenberg das Leben, seitdem feiern die Fürstenberger aus Dankbarkeit an jedem Montag vor Pfingsten das Igelfest.

Goddelsheim wird erstmals im Jahre 888 in einer Urkunde König Arnulfs erwähnt, vermutlich reicht die Geschichte des Ortes jedoch weit vor das 9. Jahrhundert zurück, wie Gräber und Funde bei Ausgrabungen belegen. Als in den Jahren 1548 und 1627 die Kurfürsten von Köln mit Gewalt versuchen, in dem evangelischen Ort die katholische Konfession einzuführen, stoßen sie au den energischen Widerstand der Einwohner und des Stiftes Schaaken, unter dessen Patronat der Ort steht. Goddelsheim ist der größte der Lichtenfelser Stadtteile und verfügt trotz seiner ländlichen Prägung über zahlreiche Geschäfte und Handwerksbetriebe. Der Ortsteil ist Sitz der Verwaltung und Standort der Grund- Und Mittelpunktschule.

Von Immighausen ist erstmals im Jahre 850 die Rede, als die Gräfin Ida Güter in Ymminchusen dem Kloster Corvey verpfändet. Erste urkundliche Erwähnungen des Ortes sind ab dem Jahre 1028 als Imminghusen verzeichnet, im Laufe der Zeit wird das heutige Immighausen aber auch als Ymminchusen (1190), Immyngchusen (um 1200), Ymenchusen (1336), Imminchusen (1350), Immickhusen (1422), Imminckhausen (1537) oder Immeckusen (1541) genannt. Der Abt von Corvey übergibt auf Wunsch Kaiser Konrads dem Sohn der Matrone Alvered im Jahre 1028 einen Hof zu Imminghusen, Ende des 12. Jahrhunderts wird der Ort zum Gorveyschen Lehen der Grafen von Waldeck.

Ebenfalls im Jahr 1028 übergibt der Abt von Corvey der Matrone Alvered den Hof zu Gimundia auf Veranlassung des Kaisers Konrad zur lebenslangen Benutzung. Somit wird das heutige Münden erstmals urkundlich erwähnt. Das Amt Münden wird Ende des 13. Jahrhunderts dem Grafen Otto von Waldeck verpfändet und im Jahre 1321 nach einem Streit mit dem Kloster Corvey durch Schiedsspruch der Grafschaft von Waldeck zugesprochen. Kurze Zeit später, im Jahre 1336 verpfändet jedoch Heinrich von Waldeck dem Grafen Johann von Nassau dehn Ort als Mitgift seiner Tochter Elisabeth. Ab 1473 gehört Münden zum von Dalwigkschen besetzten Amt. Im Rahmen längerer Auseinandersetzungen zwischen Kurköln und Waldeck fordern im 16. Jahrhundert die Kurfürsten von Köln das Dorf Münden und berufen die Einwohner vor das kölnische Gericht in Medebach. Die Herren von Dalwigk verhindern das Erscheinen der Bürger vor Gericht. Nach einem Vergleich verzichtet Kurköln im Jahre 1633 zugunsten der Grafen von Waldeck endgültig auf Münden. Im Laufe der Geschichte ist der Ort unter den Namen Gimundia (1028), Gemundi (1120), Gimunden (1125), Gemunden (1336, 1473) oder Dreckmünden (1679) urkundlich erwähnt.

Neben Münden verpfändet Graf Heinrich von Waldeck dem Grafen Johann von Nassau als Mitgift für seine Tochter die Siedlung von Nuwenkyrchen. Vermutlich hat sie Siedlung jedoch lange vor dieser erstmaligen urkundlichen Nennung bestanden, da Ditmar von Nuwenkyrchen bereits im Jahre 1301 Schöffe zu Sachsenberg ist. Die Grenzstreitigkeiten zwischen den Kölner Kurfürsten und den Grafen von Waldeck betrafen auch das heutige Neukirchen und wie die Mündener wurden auch die Einwohner von Neukirchen vor das kölnische Gericht in Medebach gefordert. Erst im Jahre 1663 lässt Kurköln von dem Ort ab und auch hier scheitert die gewaltsame Einführung der katholischen Konfession. Neukirchen gehörte bis zum 18. Jahrhundert zur Pfarrei Münden, wurde dann eine eigene Pfarrei und gehört heute zum Kirchspiel Sachsenberg.

Von dem Lichtenfelser Stadtteil Rhadern ist erstmal 830 als Siedlung Ryadra die Rede, eine erstmalige urkundliche Erwähnung ist im Jahre 1258. Der Ort unter dem Namen Radirinhusen (1020), Rotheren (1125), Roden (1336), Raderen (1350), Radehausen (1420) und Rhädern (1738) genannt. Als die Familie von Dalwigk im Jahre 1473 das Amt Lichtenfels zum Lehen bekommt ist Rhadern wüst. Die Kirche wurde bereits Mitte des 13. Jahrhunderts von der Goddelsheimer Mutterkirche gelöst und zur eigenen Pfarrei erhobe, jedoch nach der Zerstörung der Kirche im 15. Jahrhundert nach Fürstenberg und im 17. Jahrhundert nach Münden eingepfarrt. Mit dem Bau der Kapelle im Jahre 1755 bekommt Rhadern wieder eine eigene Kirche, deren Mittelpunkt seit Ende der 90er Jahre dieses Jahrhundert ein Flügelaltar ist. Im Jahre 2008 feiert der Ort sein 750-jähriges Bestehen.

Der Ort Sachsenberg wird erstmals im Jahre 1251 als Sassenberg urkundlich erähnt. Die Gründung lässt sich jedoch bis ins Jahr 1230 zurückverfolgen, als der Abt von Corvey mit dem Bau einer Stadt in der Nahe der Burg Lichtenfels beginnt. Am 21. Juli 1267 verpfändet der Abt dem Grafen Adolf von Waldeck die Stadt Sachsenberg, die Abt Ruprecht von Corvey Mitte des 14. Jahrhunderts wieder zurückfordert. Im Jahre 1349 überlässt Corvey endgültig die Stadt Sachsenberg den Waldecker Grafen. Durch den großen Stadtbrand von 1889 wurde nicht nur das 1585 gebaute Rathaus, sonder auch wertvolle Schriften und Urkunden über die Historie Sachsenberg vernichtet.


Im Rahmen der hessischen Gebietsreform haben sich die acht bis dahin selbstständigen Städte und Gemeinden Dalwigksthal, Fürstenberg, Goddelsheim, Immighausen, Münden, Neukirchen, Rhadern und Sachsenberg am 01. Oktober 1971 zur Großgemeinde Stadt Lichtenfels zusammengeschlossen und gehören seit 1974 dem neugebbildeten Landkreis Waldeck-Frankenberg an.

 

 




Freitag, 22.09.2017

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